Hummus, Hummus, mjam mjam mjam

Auf eine sehr erholsame Nacht in Dubai folgte am nächsten Morgen vor der Fahrt nach Abu Dhabi die übliche Frühstücks-Eskalation. „Ich hätte gerne einmal alles. Und davon die doppelte Portion bitte“ ist scheinbar eines meiner Lebensmottos, welches mich ironischerweise wahrscheinlich nicht allzu lang am Leben hält. Na sowas aber auch! Naja, ich glaube einfach nicht, dass Verzicht eine allzu sinnvolle Option im (Essens-)Leben ist. Es gibt schlicht und ergreifend zu viele Dinge, die so gut sind, dass man davon entweder kontinuierlich eine kleinere Menge haben muss, oder in größeren Zeitabständen ganz viel auf einmal. Zweiteres beschreibt ziemlich gut das Verhältnis zwischen mir und meinem guten Freund Hummus. In Deutschland habe ich Hummus bisher relativ selten gegessen, in Dubai und Abu Dhabi habe ich ganz einfach nur pures Glück gehabt, dass ich daran nicht erstickt bin. Hummus zum Frühstück, Hummus zum Abendessen und zwischendurch mittels Spritze als intravenöse Injektion und die Welt ist gut. Wenn man so will, ist meine Frühstücksrechnung „Hummus plus X“, wobei X auch synonym mit Hummus verwendet werden kann (alternativ Speck). Das Zeug ist einfach zu gut!

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Hummus und der Rest

Langeweile? Servietten falten!

Durch die Jahreszeit, die damit verbundene Hitze und den Ramadan waren im Park Hyatt Dubai recht wenig Gäste, was mir aber sehr gelegen kam, denn so stand niemand zwischen mir und irgendwelchem Essen, was die Welt definitiv immer zu einem friedlicheren Ort macht. Auch das Personal schien die Ruhe zu genießen, denn endlich konnte man sich auch mal den Aufgaben widmen, zu denen man sonst nicht kommt. Ich gebe an dieser Stelle gerne zu, dass es für mich nach wie vor recht absurd ist, wenn ich in Hotels dieser Kategorie übernachten kann und erlebe, was dort für ein herausragender Service angeboten wird. Aber ich habe es noch nie erlebt, dass, sobald ich aufstehe und in Richtung Buffet gehe, jemand angerannt kommt, um meine Serviette zu falten! Es war relativ offensichtlich, dass ich noch nicht fertig mit dem morgendlichen Schlingen war (vgl. mit „Anaconda frisst Kuh“ auf Youtube), aber dennoch fand ich stets eine ordentlich gefaltete Serviette an meinem Platz vor. Diesen Service schiebe ich lieber wirklich auf die geringe Gästezahl, denn sonst würde sich langsam ein Gefühl der Verlegenheit bei mir einstellen.

Nach Abu Dhabi? Raus aus Dubai, geradeaus und dann rechts

Nach dem Frühstück war nochmal etwas Abkühlung in dem wunderbaren Pool angesagt, denn im Anschluss ging es raus in die Hitze, um den Mietwagen am Flughafen abzuholen und um danach ins Park Hyatt nach Abu Dhabi zu fahren. Nach dem Checkout bemühte ich also wieder die Uber-App und es war wenig überraschend, dass Sabir direkt vor dem Eingang des Hotels wartete. Also fuhren wir die 10 Minuten bis zum Flughafen, wo ich am Mietwagenzentrum das Auto entgegennahm. Es gefällt mir übrigens überaus gut, einen Mietwagen in den Emiraten abzuholen, weil die Mitarbeiter durch ihr aufrichtiges Desinteresse so wortkarg und effizient sind, dass man relativ schnell im Auto sitzt und abhauen kann. So war es auch in diesem Fall.

Der Weg von Dubai nach Abu Dhabi gestaltet sich nicht allzu lang und recht einfach. Dennoch erreicht der Puls beim Fahren rund um den Flughafen und innerhalb Dubais oft Werte von über 200 und man will gelegentlich schreien, weil die anderen Verkehrsteilnehmer teilweise aus Unvermögen, teilweise aus Leidenschaft herausragend schlecht Auto fahren. Und woher kam eigentlich die ganze Zeit dieser verfluchte Krach am Auto?! Zwar handelte es sich um ein sehr rhythmisches, aber dennoch nerviges „Klack, Klack“, was die ersten Kilometer während der Fahrt zu hören war, bis es dann bei etwas höheren Geschwindigkeiten plötzlich aufhörte. Wie sich hinterher herausstellte, war man zwar so „clever“ und befestigte die Radkappen der jeweiligen Fahrzeuge mit Kabelbindern an den Felgen, verzichtete aber darauf, die zu langen Endstücke abzuschneiden, welche dann bei jeder Reifenumdrehung der Karosserie einen mitgegeben haben. Ein lustiges Volk.

Von Dubai nach Abu Dhabi? Geradeaus und dann rechts!
Von Dubai nach Abu Dhabi? Geradeaus und dann rechts!

Wenn man erstmal aus Dubai raus ist, lässt es sich ganz entspannt fahren. Kaum andere Fahrzeuge, 120 km/h sind das Höchste aller Gefühle und alle naselang steht ein Blitzer, der dafür sorgt, dass die Geschwindigkeit auch eingehalten wird. Hin und wieder tauchen auf der Strecke Hotels oder Bahnhöfe der Dubai Monorail auf, wo man sich fragt, ob das Ganze hier mitten in der Pampa gerade wirklich Sinn macht, und ansonsten sieht man vor allem Sand, Palmen und machmal auch Kamele. Ein netter Unterschied zur trostlosen A3 in heimischen Gefilden.

Saadiyat Island

Nach gut eineinhalb Stunden, nachdem man an der Yas Marina Formel 1 Strecke und der Ferrari World Abu Dhabi vorbeigefahren ist, erreicht man Saadiyat Island. Die Unterkunft für den Rest des Urlaubs, das Park Hyatt Abu Dhabi, befindet sich auf eben dieser 27 Quadratkilometer großen, natürlichen Sandinsel, die etwa 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt liegt. Hier wohnt nicht nur das dreckige, verwöhnte Touristenpack (ich winke an dieser Stelle mal stellvertretend) in paradiesischer Abgeschiedenheit, sondern auch die selten gewordene Karettschildkröte ist einmal im Jahr während der Nistzeit zu Gast auf der Insel. Am Strand und im türkisfarbenen Wasser lassen sich darüber hinaus Delphine (tatsächlich gesehen), Rochen (draufgetreten; sitzt wahrscheinlich im Rollstuhl) und andere Tiere beobachten, denn Saadiyat Island besteht nicht nur aus Hotels und Beach Clubs, sondern es ist gleichzeitig auch ein Naturschutzgebiet. Unter diesen Voraussetzungen sollte man doch meinen, dass der absoluten Erholung nichts im Weg steht. Wären da nicht die eigenen Landsleute…Aber eine nahezu lächerlich große Suite, ein Besuch der beeindruckenden Scheich-Zayid-Moschee und eine wilde Wüstensafari (das ist ja hier wie bei Schwiegertochter gesucht mit den Alliterationen!) sollten auch von sowas ablenken. Und außerdem: Auch hier weiß man, wie man coole Pools baut!

Park Hyatt Abu Dhabi
Park Hyatt Abu Dhabi

Du warst noch nicht in Dubai? Dann guck doch mal hier:„Dubai und das Park Hyatt“

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7 Gedanken zu “Eine Fahrt von Dubai nach Abu Dhabi

    1. Und welches ist bisher dein Lieblingsrestaurant? 🙂 Mein Bruder war letztens in der Stadt und meinte zu mir, dass ich unbedingt die Markthalle 9 ausprobieren muss. Warst du schon da?? Liebe Grüße!

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