Le Spaziergang geisteskrank

Nach der kurzen Pause im Zimmer, entschied ich mich für einen kurzen Rundgang durch die Hotelanlage, denn immerhin kratzten die Temperaturen mittlerweile an der 40-Grad-Marke und da lässt es sich gemütlich dem Tod ins Auge blicken…äh spazieren. Ausgehend vom Zimmer nahm ich den äußerst verwirrenden Fahrstuhl, um in den Garten zu fahren. Ich drücke also den entsprechenden Knopf für die niedrigste Etage, die mir zur Auswahl steht, und steige aus. Herzlichen Glückwunsch, hier bin ich falsch: Ich stehe am Anfang des gläsernen Tunnels, an dessen Ende sich die Lobby befindet!

Park Hyatt Dubai
Park Hyatt Dubai

Ansatzweise, aber unschwer zu erkennen: Links und rechts um mich herum der von mir bereits erwähnte Garten, der sich in die Palmwedel lacht. Um vor den Pflanzen souverän zu wirken, lasse ich mir bei dem anschließenden Walk of Shame durch den Tunnel nichts anmerken und tue so, als wollte ich bewusst ins Café Arabesque, um dort ein paar Photos zu machen. Hier der Beweis:

Park Hyatt Dubai - Café Arabesque
Park Hyatt Dubai – Café Arabesque
Park Hyatt Dubai - Café Arabesque
Park Hyatt Dubai – Café Arabesque
Park Hyatt Dubai - Café Arabesque
Park Hyatt Dubai – Café Arabesque
Park Hyatt Dubai - Café Arabesque
Park Hyatt Dubai – Café Arabesque

Auf dem Rückweg fand ich tatsächlich noch eine Treppe, die mich in den Garten führte. Ohne eine wirkliche Ahnung zu haben, wo ich denn hinlief, folgte ich dem Weg durch die hervorragend gepflegte Anlage und wurde unterwegs entweder von den Hotelangestellten verwundert angeguckt, weil ich der einzige Vogel war, der bei den Temperaturen draußen spazieren ging, oder ich wurde gefragt, ob man mir helfen kann, da mein Spaziergang offensichtlich auf einen geistig nicht mehr einwandfreien Zustand schließen ließ. Ich verneinte dankend und setzte meinen kurzen Ausflug fort, freute mich dabei über die Schönheit der Anlage samt der Palmen und der zahlreichen Blumen, die mit großem Aufwand bei Laune gehalten werden müssen.

Park Hyatt Dubai
Park Hyatt Dubai
Park Hyatt Dubai
Park Hyatt Dubai

Straßenkrieg, Mall of Dubai und das Burj Khalifa

Nach gut einer halben Stunde hatte ich aber auch genug. Da der Tag immer noch relativ jung war und ich auch nicht nur das Hotel sehen wollte, entschied ich mich dazu in die Stadt zu fahren. Da ich den Mietwagen erst am nächsten Tag abholen würde, probierte ich es mal wieder mit Uber. So wirklich viele Uber-Taxis gab es rund um das Hotel nicht, aber praktischerweise stand ein Fahrzeug direkt am Eingang des Hotels. Sabir war der Name des Fahrers und wie alle Uber-Fahrer, mit denen ich bisher gefahren bin, zeichnete ihn ebenfalls aus, dass er freundlich und schweigsam war. Und wer schonmal selber innerhalb Dubais gefahren ist, der weiß auch, dass „Auto fahren“ und „freundlich sein“ niemals zusammenfinden werden. Glücklicherweise steht gefühlt alle 100 Meter ein Blitzer, der die Verkehrsteilnehmer zumindest die Höchstgeschwindigkeit einhalten lässt, aber darüber hinaus herrschen Zustände wie in Sodom und Gomorra. Überholt wird trotz fehlender Fahrqualitäten links wie rechts, ein Blick in den Spiegel ist nur etwas für Langweiler, die am Leben bleiben wollen und wer genug Geld hat, dem sind auch die vielen Blitzer letztendlich egal und dementsprechend wird durch die Menge gerast. Absoluter Abenteuerurlaub. Aber zumindest heute war das nicht mein Problem sondern Sabirs.

"Hey Sabir, guck doch mal bei Tempo 100 und viel Verkehr von der Straße weg!" - "Ok."
„Hey Sabir, guck doch mal bei Tempo 100 und viel Verkehr von der Straße weg!“ – „Ok.“

Fünfundzwanzig Minuten später stand ich am Haupteingang der Dubai Mall am Fuße des Burj Khalifa. Du erinnerst dich noch an meinen Spaziergang im Hotel? Der war ein Witz im Gegensatz zu dem, was ein Rudel Selbstmordsportler an den Treppen des Burj Khalifa ablieferte. Ich glaube nicht, dass es dabei darum ging, in irgendeiner Form fit zu werden bzw. Spaß zu haben. „Wer zuerst stirbt, hat gewonnen“ schien das Motto der Veranstaltung zu sein, die sich als eine Art Zirkeltraining entpuppte. Wie gewinnt man für sowas bitte Teilnehmer? „Du hast Lust zu sterben und nebenbei fit zu werden? Dann melde dich und renn mit uns immer dem Licht entgegen!“ Noch heute mache ich mir Sorgen. Aber ein bisschen lachen muss ich auch.

Allein die Größe der Mall sorgt dafür, dass man dort stundenlang herumirrt, ohne dabei auch nur in einem einzigen Geschäft gewesen zu sein. Komischerweise verbringe ich immer die meiste Zeit im Supermarkt, weil das Angebot so viel reichhaltiger und auch interessanter ist als bei uns. Jedenfalls bekommt man die Zeit gut rum, vor allem wenn man sich in die Schlange für die Aussichtsplattform des Burj Khalifa anstellt. Kleiner Tipp: Von da oben kann man sich wunderbar den Sonnenuntergang angucken.

Burj Khalifa
Burj Khalifa

Neu ist immer besser

Während ich auf mein Uber-Taxi für den Rückweg wartete, fiel mir ein, dass ich beim Check-In im Hotel kein Zimmer-Upgrade bekommen habe, was aber einer der garantierten Vorteile ist, wenn man bei Hyatt den Diamond-Status erreicht hat. Und nein: Ich fühle mich nicht so wichtig, dass ich darauf bestehe, wenn ich kein Upgrade bekomme. Aber in Hotels, in denen ich schonmal Gast war, sehe ich gerne andere Zimmer oder auch einfach nur andere Ecken der Hotelanlage. Da ich also noch Zeit hatte, wandte ich mich via Twitter an den Hyatt Concierge, ein absolut fähiges Team von Hyatt-Mitarbeitern, das sich durch diesen Kanal um die Belange seiner Gäste kümmert. Ich fragte kurz nach, ob es möglich wäre, ein Upgrade zu erhalten und man versicherte mir, dass man sich darum kümmert und den zuständigen Manager kontaktiert. Warum kann nicht alles so einfach sein?

Wieder war es Sabir, der sich durch den Verkehr in Dubai kämpfen durfte, aber auch diesmal war die Fahrt ruhig und angenehm. Im Hotel ging ich erst einmal ins Zimmer, wo ich aber sofort einen Anruf von der Rezeption erhielt. Einer der Manager, nennen wir ihn mal komplett wertfrei „Abdullah“, hieß mich nochmals willkommen und entschuldigte sich im gleichen Atemzug für das ausgebliebene Upgrade. Er würde sofort jemanden schicken, um mich in das neue Zimmer zu begleiten. Keine 5 Minuten später stand „Abdullah“ persönlich mit einem Pagen vor der Tür, um mich abzuholen. Kurze Zeit später und nach etwas nettem Smalltalk stand ich also in dem neuen Zimmer. Direkt um die Ecke vom Pool, noch näher an der Bucht hinter dem Hotel und sogar mit eigenem Dampfbad! Ja gut, wer brauch bei den Temperaturen noch ein Dampfbad? Eigentlich niemand. Trotzdem musste ich mich eine halbe Stunde da reinsetzen. Ist ja gesund und so…

Park Hyatt Dubai
Park Hyatt Dubai
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Einmal 150 Quadratmeter Privatpool bitte!

Der Nachmittag sollte dann nur noch der Erholung dienen, schließlich folgte am nächsten Tag noch die Fahrt nach Abu Dhabi. Wie praktisch, dass der Pool einerseits keine 50 Meter vom Zimmer entfernt ist und was noch viel besser ist: Kein Mensch weit und breit! Das nenne ich doch mal einen gelungenen Ausklang im „Büro“. Und dazu gibt es mal wieder einen Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch. Ich konnte tatsächlich von mir behaupten, dass ich entspannt gewesen bin. Soll vorkommen!

Park Hyatt Dubai
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Park Hyatt Dubai

Den Auftakt der Reise verpasst? Dann schau mal hier vorbei: „Dubai und Abu Dhabi“

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2 Gedanken zu “Dubai und das Park Hyatt

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