Der Vollständigkeit halber ein kleiner Nachtrag (ich schäme mich bereits, denn es dreht sich wieder um Essen) zu meinem vorherigen Post: Natürlich gab es auf dem Flug von London nach Newcastle auch einen kleinen Snack zu Essen. Es waren wieder warme Brötchen gefüllt/belegt mit Speck!! Als ob alle bei British Airways meine Vorlieben für einen ordentlichen Herzinfarkt kennen würden! Sehr unheimlich…Jedenfalls siegte diesmal die Vernunft und ich packte sie weg für schlechte Zeiten. Jaja ich weiß, ich hätte auch ganz einfach „Nein“ sagen können, aber kein Mensch, der sich zurechnungsfähig schimpft, sagt das bei einer Kombination von x+Speck.

Kurz nach 8 Uhr morgens: Ankunft in Newcastle Upon Tyne. Der Flughafen passt ganz gut in die Kategorie „schnuckelig“, da er relativ klein ist und schon etwas in die Jahre gekommen zu sein scheint. Wie Berlin-Tegel! Wobei der nicht mehr „schnuckelig“ ist, sondern einfach nur sch….schaurig, sagen wir schaurig. Ganz angenehm sind die kurzen Wege in Newcastle, die man dort zurücklegen muss, um das Gepäck abzuholen und um im Anschluss den Weg nach draußen zu finden.

Auch hier war das Wetter, entgegen all meiner Erwartung, phantastisch. Die Sonne strahlte, ein wenig Nebel lag über der Gegend und für Anfang Oktober war es relativ mild. Die Seeluft vermischte sich mit der Landluft, die ein Bauer am Morgen scheinbar ganz frisch mit Dünger angereichert hat. Da ich als Kind einige Urlaube in Bayern auf Bauernhöfen verbringen durfte, war das keine ungewohnte Erfahrung. Im Gegenteil: Hier kommen gute Erinnerungen hoch.

Nachdem ich das Gepäck vom Band geholt hatte, wollte ich wieder ein Taxi mittels Uber rufen. Tags zuvor hatte ich schon geguckt, ob der Service auch in Newcastle angeboten wird und dem war tatsächlich so. Jetzt ist Newcastle aber leider nicht London und deshalb gibts es hier auch keine 24/7 Verfügbarkeit der Taxis. Schade, aber alternativ steigt man dann eben in ein normales Taxi. Zu dem Zeitpunkt ist mir aber eingefallen, dass ich kein großer Freund von Bargeld bin bzw. viel lieber mit der Kreditkarte bezahle, weil es ja dafür die „wertvollen“ (hust, hust) Meilen bei der Lufthansa gibt. Ein klassisches Erste-Welt-Problem tat sich auf: Wie werde ich jetzt endlich mein (Plastik-)Geld los? Bei aller Planung im Voraus habe ich erfolgreich übersehen, dass es eine direkte Bahnverbindung zwischen dem Flughafen und dem Stadtzentrum von Newcastle gibt. Umso positiv überraschter war ich, als ich die Hinweisschilder am Flughafen sah. Also ging ich zum Automaten, hielt meine Karte vor den Sensor und bekam als Gegenleistung das Ticket. Wie praktisch, dass es auch nur jeweils ein Gleis für die Abfahrt bzw. für die Ankunft gibt, denn so konnte ich mir meine uhrzeitbedingt fehlende Hirnleistung für später aufsparen. Kleiner Scherz meinerseits, denn ich denke erstaunlich wenig.

Nach circa 25 Minuten Fahrt kam der Zug an der Central Station in Downtown Newcastle an. Als ich das Gebäude verließ, bekam ich unmittelbar einen ersten Eindruck von der Stadt: Sofort war ich fasziniert, denn durch die zahlreichen, alten Gebäude fühlt man sich in die Zeit des Mittelalters zurückversetzt. Die modernen Elemente und neueren Gebäude fügen sich in das Bild ein, ohne dabei jedoch den Charme und den Charakter des Alten zu beeinträchtigen.

Da noch viel Zeit bis zum Rugby-Spiel am Abend war, wollte ich mir die Stadt ein bisschen ausgiebiger angucken. Also gab ich meinen Koffer im Hotel ab, verstand dabei nur die Hälfte von dem, was die freundliche Frau an der Rezeption mit ihrem nordenglischen/schottischen Dialekt zu mir sagte, und ging anschließend auf Erkundungsmission. Der Eindruck, dass es sich bei Newcastle um eine wunderbare Stadt mit einer weitreichenden Geschichte und eindrucksvollen Gebäuden handelt, sollte sich in den nächsten Stunden noch weiter festigen:

Newcastle Castle
Newcastle Castle
Cathedral Church of St Nicholas
Cathedral Church of St Nicholas
Tyne Bridge
Tyne Bridge
Tyne Bridge
Tyne Bridge
Millenium Bridge
Millenium Bridge
Tyne Bridge and Sage Gateshead
Tyne Bridge and Sage Gateshead

Gerade bei solch einem Wetter macht Newcastle einen sehr idyllischen Eindruck. Am Rande des Flusses Tyne befinden sich mehrere Restaurants und Cafés, die einen nahezu auffordern, sich hinzusetzen, um die Ruhe am Wasser zu erleben.  Der Spaziergang dauerte ein paar Stunden und danach ging es erst einmal wieder zurück ins Hotel. Auf dem Weg zurück erwachte die Stadt auch langsam zum Leben und viele Rugby-Fans reisten an, um das Spiel Neuseeland gegen Tonga am Abend im St. James‘ Park oder in der extra eingerichteten Fan Zone zu verfolgen. Je mehr Menschen mit dem berühmten schwarzen Trikot der All Blacks durch die Straßen liefen, desto größer wurde meine Vorfreude auf das Spiel. Andere Reisende aus den unterschiedlichsten Ländern schienen sich hier zu versammeln, um Teil dieses Spektakels zu werden. Die diversen Pubs wurden von den Spuren der letzten Nacht gesäubert, um von den Gästen von heute wieder zerlegt zu werden. Im Geschäftsviertel der Stadt bereiteten sich diverse Marktstände von lokalen Bauern darauf vor, mit ihren Produkten dem Ansturm der Fans eine solide Basis für eine lange Nacht zu ermöglichen. Das sollte auch bei mir mal wieder klappen. Erstmal war es aber an der Zeit für eine Pause im Hotel. Erinnert sich noch jemand an die von mir erwähnten „schlechten Zeiten“? In weiser Voraussicht hatte ich doch ein paar Brötchen aus dem Flieger gebunkert. Da die Zeit für den Checkin im Hotel noch längst nicht gekommen war, ich aber durch den Fußmarsch Hunger bekommen hatte, musste ich dank meines äußerst cleveren Plans niemanden aufgrund von Unterzuckerung anschreien oder gar anfallen. Alle blieben ruhig und glücklich. Ein anschließender Powernap auf dem Zimmer stellte sicher, dass der Akku für den Abend wieder aufgeladen war. Bald sollte es heißen: Go All Blacks! (Sorry Tonga).

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